GesundheitsinformationsdienstDefinitionenKontakt/ImpressumBitte beachten Sie
AktuellesMarktplatzRedaktionPersönlichkeitenTippsAutorenArchivSitemap
EsoterikPsychologiePhilosophie

Empedokles

Ausgangspunkt von Empedokles

Dabei sah er Liebe (Philotes) und Hass (Neikos) als Urkräfte, die die vier Elemente zusammenbringen und trennen


Empedokles

Empedokles ( Ἐμπεδοκλῆς; * um 494 v. Chr. in Akragas [heute Agrigent] auf Sizilien, † um 434 v. Chr. wohl auf dem Peloponnes) war ein antiker griechischer Philosoph (Vorsokratiker), Arzt, Politiker, Priester und Dichter.

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie


Lehre und Naturphilosophie

Empedokles prägte maßgeblich die Vier-Elemente-Lehre von Feuer, Erde, Luft und Wasser und inspirierte damit spätere Philosophen wie Platon. Dabei sah er Liebe (Philotes) und Hass (Neikos) als Urkräfte, die die vier Elemente zusammenbringen und trennen. Dadurch entstünden Lebewesen und Dinge immer wieder neu in der Welt (Sphairos).
Er verband die gegensätzlichen Theorien des Werdens von Heraklit und des Seins von Parmenides von Elea, indem er das Sein dem Stoff zuschrieb und das Werden der Kraft.
Empedokles schließt sich mit seiner philosophischen Lehre an die milesische Naturphilosophie an, wie sie in den Überlieferungen von Thales und Anaximander erhalten geblieben ist. Er übernimmt jedoch von Parmenides die Auffassung, dass das Seiende als unveränderlich und unvergänglich gedacht werden müsse. Um nicht wie jener deshalb die Realität von Bewegung und Veränderung leugnen zu müssen, unterstellt er - anders als der mit dem gleichen Problem ringende Demokrit -, Bewegung setze nicht leeren Raum voraus, sondern sei als Ortswechsel im Vollen zu denken, ähnlich wie beim Fisch im Wasser. Den Horror vacui (lateinisch für Abscheu vor der Leere) der Natur meinte er mit seinen Experimenten mit einer Klepshydra nachgewiesen zu haben, bei denen er zeigte, dass das Wasser aus dem Behälter erst dann ausfließt, wenn Luft durch eine andere Öffnung nachströmen kann.
Indem er vier qualitativ unterschiedene Bestandteile (Erde, Wasser, Luft und Feuer) voraussetzt, löst er auf seine Weise das Problem des Zugleichs von Sein und Mannigfaltigkeit. Während bei Heraklit die vier Elemente ineinander übergehende Formen des Feuers sind, sieht Empedokles sie als gleich bleibende, in kleinste Teile zerlegbare Grundkörper an. Er hat damit als erster den Gedanken des Aufbaus der physischen Welt aus einer beschränkten Zahl von Elementen in die Vorgeschichte der Wissenschaft eingebracht. Nach seiner kosmologischen Lehre verändert sich das aus vier Elementen bestehende kugelförmige All durch die in ihm wirkenden beiden Kräfte Liebe und Streit auf zyklische Art.
Aristoteles schreibt dem Kosmos des Empedokles zweierlei einander ablösende Zustände zu:
Wie Empedokles sagt, werden die Dinge abwechselnd in Bewegung und wieder in Ruhe versetzt; bewegt werden sie, wenn die Liebe aus der Vielheit die Einheit oder der Streit aus der Einheit die Vielheit herstellt; dagegen ruhen sie in den Zwischenzeiten. (Aristoteles, Physik VIII 1)
Aus diesem Grund sprechen die meisten modernen Versuche der Rekonstruktion der Lehre des Empedokles von vier Zuständen:

1. In der Zeit der Herrschaft der Liebe, wenn die Elemente völlig miteinander vermischt sind
2. In der Zeit des Hasses (des Streits), wenn die Elemente völlig voneinander geschieden sind, ist das All in Ruhe
3. In der Zeit, wenn die Liebe die abgesonderten Elemente zur Vermischung veranlasst bzw.
4. In der Zeit, wenn der Hass die Vermischung auflöst, kommt der Kosmos in Bewegung

Aufgrund einer anderen Mitteilung des Aristoteles ist hingegen der Kosmos bei Empedokles in ewiger Bewegung (Über den Himmel I 10 279b).

Aus dem homogenen Gemisch der Elemente sonderte sich zunächst die Luft, dann das Feuer, die - indem sie die beiden Halbkugeln des Tages und der Nacht herstellten - die Erde umgeben. Der Himmel besteht aus durch Feuerwirkung eisartig erhärteter Luft. Die am Himmel festgesetzten Fixsterne und Planeten sind gleichfalls feurige Körper. Die Sonne ist in der Tat mit der feurigen Halbkugel identisch. Jene Sonne, die der Mensch am Himmel erblickt, ist das von der Erde zurückgeworfene Licht der wirklichen Sonne. Der Mond erhält sein Licht von der Sonne. Die gegenwärtigen Arten der Lebewesen entstanden in dem vierten Stadium eines phylogenetischen Prozesses.


Leben

Empedokles stammte aus einer vornehmen und wohlhabenden Familie. Nach dem Tode des Tyrannen Theron (473 v. Chr.) begannen in seiner Heimatstadt Akragas unruhige Zeiten; der Sohn und Nachfolger des Tyrannen, Thrasydaios, wurde nach nur einjähriger Herrschaft vertrieben, wobei Empedokles' Vater Meton eine Rolle spielte. Angeblich wurde Empedokles nach Metons Tod die Königswürde angeboten, die er jedoch ablehnte. Jedenfalls setzten sich die Demokraten durch. Empedokles engagierte sich auf der Seite der demokratischen Partei und trat gegen Personen auf, die er verdächtigte, nach der Tyrannis zu streben. So sorgte er für die Auflösung einer Organisation, die als "Die Tausend" bezeichnet wurde und wohl oligarchische Ziele verfolgte. Anscheinend war er ein begabter Redner; Aristoteles bezeichnete ihn sogar als Erfinder der Rhetorik.
Über seine Erfolge auf medizinischem Gebiet wurde unter anderem berichtet, er habe die Einwohner von Selinunt von einer Seuche befreit, indem er auf eigene Kosten durch Anlegung von Kanälen fauliges Wasser eines Flusses durch reines ersetzte. Die Befreiung von der Seuche wird durch Münzprägungen bestätigt, doch ohne Nennung von Empedokles' Namen.
In den vierziger Jahren besuchte er die neugegründete Stadt Thurioi. Mächtige Gegner verhinderten seine Rückkehr nach Akragas. Nach einer in mehreren Varianten überlieferten Legende setzte er seinem Leben ein Ende, indem er sich in den Ätna stürzte. Diese Überlieferung wird jedoch von der Forschung als unglaubwürdig abgelehnt, ebenso wie andere Behauptungen über die Umstände seines Todes. Der Geschichtsschreiber Timaios von Tauromenion berichtet, Empedokles sei nach Griechenland ausgewandert und habe sich auf der Peloponnes niedergelassen.


Druckbare Version