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EsoterikPsychologiePhilosophie

Schoppenhauer

Ausgangspunkt von Schoppenhauer

Er vertrat als einer der ersten Philosophen des 19. Jahrhunderts die Überzeugung, dass der Welt ein irrationales Prinzip zugrundeliege.


Solipsismus

Der Solipsismus (von lat. solus allein und ipse selbst: nur ich selbst oder das Selbst allein) ist ein philosophischer Begriff, der den erkenntnistheoretischen Standpunkt bezeichnet, demzufolge nur das eigene Ich wirklich ist, während die Außenwelt und andere fremde "Ichs" nur Bewusstseinsinhalte ohne eigene Existenz darstellen. Alles Sein ist im eigenen Ich, im eigenen Bewusstsein beschlossen.
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Schoppenauer

Arthur Schopenhauer (* 22. Februar 1788 in Danzig; † 21. September 1860 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Philosoph, Autor und Hochschullehrer.


Philosophie

Philosophie
Unter dem Einfluss Platons und Immanuel Kants vertrat Schopenhauer in seiner Erkenntnistheorie die Position des Idealismus, beschritt jedoch innerhalb dieser Grundauffassung einen eigenen, subjektivistischen Weg („subjektiver Idealismus“) und lehnte die Geschichtsphilosophie Hegels ab. Er entwickelte eine persönliche Abneigung gegen die seinerzeit erfolgreicheren Kollegen, insbesondere Hegel, und verfasste drastische Polemiken gegen deren Ideen. Auch gegen Schelling und Fichte polemisierte er, obwohl er bei beiden studiert hatte und durch sie beeinflusst wurde, sie aber schließlich überwunden zu haben glaubte. Selbst an dem zunächst hochverehrten Schleiermacher fand er etwas auszusetzen, indem er dessen Vorlesungsstil kritisierte.

Die Welt als Vorstellung
Schopenhauer vertrat wie der irische Philosoph George Berkeley die Auffassung, dass eine von der Wahrnehmung unabhängige Außenwelt nicht existiere. Durch das Aufgreifen neuer naturwissenschaftlicher Erkenntnisse entwickelte Schopenhauer eine Physiologie der Wahrnehmung. Nach seiner Konzeption existiert die Erscheinungswelt nur insoweit, als sie wahrgenommen wird und im menschlichen Bewusstsein ist, also als Vorstellung.
Er widersprach der Überzeugung Kants, dass das „Ding an sich“ jenseits aller Erfahrung liege und deshalb nicht erkannt werden könne. Kants Ding an sich war für ihn zwar auch unerkennbar (wir sehen immer nur das, was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen), jedoch nicht unerfahrbar. Durch eine Selbstbeobachtung unserer Person können wir uns dessen gewiss werden, was wir letzten Endes sind: Wir erfahren in uns den Willen, er ist das Ding an sich. Dieser sei nicht nur die Triebfeder allen Handelns von Mensch und Tier, sondern auch die selbst grundlose Ursache hinter den Naturgesetzen, z.B. den physikalischen Gesetzen. Die Welt sei letztlich blinder, vernunftloser Wille (vgl. Triebtheorie). Schopenhauer ist der klassische Philosoph und Hauptvertreter des metaphysischen Voluntarismus.
Doch die Welt ist nicht nur Wille, sondern erscheint auch als Vorstellung. Sie ist die durch Raum und Zeit sowie Kausalität, die den a priori gegebenen Erkenntnismodus von uns Verstandeswesen bilden, individuierte und verknüpfte Erscheinung des einen Willens. Die Welt ist meine Vorstellung ist der erste Hauptsatz seiner Philosophie. Was uns als Welt erscheine, sei nur für uns, nicht an sich. Es gibt für Schopenhauer nichts Beobachtetes ohne Beobachter, kein Objekt ohne ein Subjekt. Die Welt, als Vorstellung betrachtet, zerfalle in Subjekte und Objekte, die sowohl untrennbar als auch radikal voneinander verschieden, jedoch letzten Endes beide nur Erscheinungen des Willens seien. Dieser ist nach Schopenhauer das Wesen der Welt, das sich, in Subjekt und Objekt erscheinend, gleichsam selbst anschaut.

Die Welt als Wille
Der Vorstellungswelt liegt der Wille zu Grunde, den Schopenhauer als grund- und ziellosen blinden Drang versteht. Als solchen stuft Schopenhauer den Willen nach den Gegebenheiten seines Wirkens ab, spricht von Ursachen, wenn die Wirkung ihnen gemäß ist, wie z. B. beim elastischen Stoß, von Reizen, wenn die Wirkung ein Energiepotential entlädt, und von Motiven, wenn die Wirkung als Umsetzung bestimmter Absichten berechnet wurde.
„Ich nenne nämlich Ursach, im engsten Sinne des Worts, denjenigen Zustand der Materie, der, indem er einen andern mit Nothwendigkeit herbeiführt, selbst eine ebenso große Veränderung erleidet, wie die ist, welche er verursacht [...] Ich nenne dagegen Reiz diejenige Ursach, die selbst keine ihr angemessene Gegenwirkung erleidet [...] Der Reiz hält das Mittel, macht den Uebergang zwischen dem Motiv, welches die durch das Erkennen hindurchgegangene Kausalität ist, und der Ursach im engsten Sinn.“[1]
In diesen Formen also bestimmt der Wille alle Vorgänge der organischen und anorganischen Natur. Er objektiviert sich in der Erscheinungswelt als Wille zum Leben und zur Fortpflanzung. Diese Lehre vom „Primat des Willens“ bildet die zentrale Idee der Schopenhauerschen Philosophie, sie hatte weitreichenden Einfluss und begründet die Aktualität von Schopenhauers Werk.

Willensfreiheit kennt Schopenhauer nur gemäß dem berühmt gewordenen Ausspruch: „Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will.“, welcher sich so auch schon bei Augustinus findet. Jeglichem Handeln liegt immer und stets der Wille, das heißt das Wollen zu Grunde. In der streng kausal geordneten empirischen Welt, der Welt der Vorstellung, ist kein Platz für einen ohne rein-empirische Ursache handelnden Menschen, und zwar nicht nur in dem Sinne, dass dies unserer Denkweise widerspräche, sondern in dem tieferen Sinne, dass der Wille sich in allen seinen Teilen gemäß dem Gesetz der Kausalität manifestiert. Im Gegensatz zu Berkeley sieht Schopenhauer in der Kausalität nämlich kein bloßes gedankliches Konzept, sondern den Willen selbst, welchen zu deuten das Werk des Verstandes ist. Nichts anderes ist der Sinn der Aussage, dass die Welt Wille sei. Frei ist der Wille nur insofern, als ihm nichts vorschreibt zu sein, was er ist (also, um es verständlicher zu sagen, dass die Naturgesetze zwar alles bestimmen, was passiert, selbst aber durch kein Gesetz so sind, wie sie sind). Diese Freiheit hat er aber nur vor seiner Manifestation, welche selbst nichts weiter als sein wirksam gewordener Ausdruck ist. Im Falle des Menschen ist dessen wirkendes Wollen durch seinen Charakter bestimmt, welcher selbst willkürlich ist, also aus keinem tieferen Grunde existiert. Nur diesem Charakter gemäß kann einer somit wollen. Andererseits spricht Schopenhauer von einer intelligiblen Willensfreiheit: Wenn das erkennende Subjekt den zugrunde liegenden Willen erkenne, könne es diesen in bestimmten Momenten der Kontemplation, beispielsweise durch intensiven Kunstgenuss, verneinen. Dies bezeichne dann einen Zustand der Melancholie. Der scheinbare Widerspruch löst sich auf, wenn man einem Charakter bescheinigt, für Einsicht empfänglich zu sein

Epistemologie
Schopenhauer unterscheidet zwei intellektuelle Vermögen, den Verstand und die Vernunft. Die Vernunft ist dabei die Fähigkeit, begrifflich zu denken, also Anschauungen unter Begriffe zu bringen, sich Begriffe anschaulich vorzustellen, den Umfang von Begriffen miteinander zu vergleichen usw. Der Verstand hingegen äußert sich in unmittelbaren Urteilen über das Angeschaute, also z. B. wie stark oder schnell jemand ist, welches Gewicht ein Ast trägt, welche Ursache ein Geräusch hatte oder in welchem Winkel und mit welcher Kraft ein Speer geworfen werden muss, um sein Ziel zu treffen. Während der Verstand allen Tieren gemein ist, ist die Vernunft, nach Schopenhauer, das definierende Kriterium des Menschen. Neuere Experimente mit Schimpansen belegen eine rudimentär entwickelte Sprachfähigkeit bei ihnen, damit sie aber im Schopenhauerschen Sinne als vernünftig zu bezeichnen wären, müssten sie ohne Konditionierung in der Lage sein, Urteile der Art "Eine Eiche ist ein Baum." zu fällen.
Wissenschaft ist nach Schopenhauer die Überführung von Wissen in begriffliche Form, und Humor die Fähigkeit, das Inkongruente zwischen einem Begriff und einer Anschauung zu erkennen.

Pessimismus
Schopenhauer begründete ein System des empirischen und metaphysischen Pessimismus. Die Welt ist für ihn als Erzeugnis des blinden, grundlosen Willens durch und durch etwas Schlechtes, etwas, was nicht sein sollte, eine Schuld (WWV I. § 56). Eine schlechtere Welt könne es überhaupt nicht geben. „Nun ist diese Welt so eingerichtet, wie sie sein mußte, um mit genauer Not bestehen zu können. Wäre sie aber noch ein wenig schlechter, so könnte sie schon nicht mehr bestehen“ (WWV II. Kap.46). Die Welt ist ein „Jammertal“, voller Leiden, alles Glück ist Illusion, alle Lust (s. d.) nur negativ, der rastlos strebende Wille wird durch nichts endgültig befriedigt (WWV I. § 59). „Denn alles Streben entspringt aus Mangel, aus Unzufriedenheit mit seinem Zustande, ist also Leiden, solange es nicht befriedigt ist. Keine Befriedigung aber ist dauernd, vielmehr ist sie stets nur der Anfangspunkt eines neuen Strebens. Das Streben sehen wir überall vielfach gehemmt, überall kämpfend. Solange also immer als Leiden: kein letztes Ziel des Strebens, also kein Maß und Ziel des Leidens“ (l. c. § 56). Die Basis alles Wollens ist Bedürftigkeit, Mangel, also Schmerz (l. c. § 57). Das Leben „schwingt also, gleich einem Pendel, hin und her zwischen dem Schmerz und der Langeweile“ (ib.). Schon seiner Anlage nach ist das Menschenleben keiner wahren Glückseligkeit fähig (l. c. 59). Jede Lebensgeschichte ist eine Leidensgeschichte, eine fortgesetzte Reihe großer und kleiner Unfälle (ib.).

Mächtigster Ausdruck des Willens ist der nicht dauerhaft zu befriedigende Geschlechtstrieb. Schopenhauer wies jedoch Wege auf - über die Kunst (hier vor allem die Musik), die Moral und Askese - das frustrierende und schmerzvolle Dasein zu überwinden. Nicht zuletzt deshalb beriefen sich in der Folge zahlreiche Künstler auf die Lehre Schopenhauers.


Wirkung und Rezeption

Kein deutscher Philosoph der Neuzeit hat sowohl breite Leserschichten als auch zahlreiche Berühmtheiten aus Kunst und Wissenschaft so unmittelbar erreicht wie Schopenhauer, gerade in seiner posthumen Wirkung. Er beeinflusste maßgeblich Friedrich Nietzsche [4] und wurde verehrt von Richard Wagner, Leo Tolstoi, Samuel Beckett, Albert Einstein, Kurt Tucholsky, Thomas Mann, Hermann Hesse, Wilhelm Busch und vielen anderen. Sein Einfluss auf die moderne Deutsche Literatur ist schwerlich zu überschätzen. Dies manifestiert sich nicht nur in den überaus zahlreichen Anhängern unter den Literaten, er gehört mit Goethe auch zu den Erneuerern der Deutschen Schriftsprache.
Die Verbreitung des Buddhismus in Deutschland lässt sich auf sein Wirken zurückführen. Er sah in dieser Religion einen Gegenentwurf zur abendländischen Metaphysik und deutete deren Erkenntnisstreben als Mittel, um die geistige Isolierung des Individuums zu durchbrechen. Schopenhauer fand zahlreiche Verbindungen zwischen seiner eigenen Philosophie und der buddhistischen Lehre, etwa den Atheismus. Die Indien-Begeisterung vieler damaliger Intellektueller wie auch die ersten Übersetzungen asiatischer Texte wurden durch seine Schriften angeregt.
Der Philosoph Eduard von Hartmann dagegen kritisierte schon sehr früh an Schopenhauers Lehre die „Verneinung der Welt“ als „feige persönliche Entsagung“.

Schopenhauer kann als Auslöser der wissenschaftlichen Lebensphilosophie angesehen werden. Max Scheler statuierte ihn als "Vorgänger des Pragmatismus - nicht als Philosophie, sondern als Methodologie der Wissenschaft [...] insofern er den "Intellekt" als eine bloße Waffe des blinden Lebenswillens im Kampf ums Dasein ansieht ... ist er der Vorgänger Bergsons."

Auch die Psychoanalyse Sigmund Freuds setzt unmittelbar bei Schopenhauers Lehre vom Willen und seiner Negierung an, indem sie die Schäden untersucht, die durch (willentliche oder unfreiwillige) Triebunterdrückung entstehen. Freuds Ansatz kann als Versuch der Re-Rationalisierung des menschlichen Lebens eingeordnet werden, da er eine Methode zur Analyse des Schopenhauerschen Begriffs des Willens erarbeitet, mit dem Ziel, ebendiesen kontrollierbar zu machen („Wo ES war, soll ICH werden.“).

Der Begründer der Individualpsychologie Alfred Adler, der sich von Freud distanzierte und damit einen eigenen Weg einschlug, deutet den Schopenhauerschen Ansatz der Leidensüberwindung als fundamental positiven Aspekt in der menschlichen Entwicklung auf dem Weg von seiner Unmündigkeit bei der Geburt zur individuellen Vollkommenheit. Der bei Schopenhauer auf einen Weltwillen zielende Entwurf wird in Adlers Psychologie als das ursprünglich schöpferische Element in jedem Lebewesen interpretiert“


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