Persönlichkeit in der Philosophie Vor Beginn der Neuzeit steht der Begriff der Persönlichkeit vor allem im Kontext zur Theologie und bezieht sich auf die Trinität der drei göttlichen Persönlichkeiten. Der Begriff löst sich erst mit John Locke von der Theologie: „[Person]. Kant unterscheidet dann explizit zwischen Person und Persönlichkeit, letztere ist „die Freiheit und Unabhängigkeit von dem Mechanism der ganzen Natur, doch zugleich als ein Vermögen eines Wesens betrachtet, welches eigenthümlichen, nämlich von seiner eigenen Vernunft gegebenen, reinen praktischen Gesetzen, die Person also, als zur Sinnenwelt gehörig, ihrer eigenen P. unterworfen ist, sofern sie zugleich zur intelligibelen Welt gehört.“[2] Erst in der Persönlichkeit erscheint der Mensch für Kant selbst in seiner Würde. Ihre Autonomie gibt die Möglichkeit zur freien sittlichen Selbstbestimmung.
Persönlichkeit in der Psychologie Eigenschaften sind Verhaltensdispositionen (-tendenzen), der eine Person über verschiedene Situationen und einen längeren Zeitraum hinweg folgt. (situations- und zeitstabil)
Theorien der Persönlichkeit * Kognitive Persönlichkeitstheorien (George A. Kelly) * Lerntheoretische Ansätze (Burrhus Frederic Skinner, John B. Watson) * Phänomenologische Theorie (Carl Rogers) * Psychodynamische Theorie (Sigmund Freud, Fritz Riemann) * Sozial-kognitive Theorie (Albert Bandura, Walter Mischel) * Trait-Theorien (Eigenschaftstheorien) der Persönlichkeit (Gordon W. Allport, Hans Eysenck, Raymond Bernard Cattell) * Humanistik bzw. Humanpsychologie (Fromm) * Interaktionismus (Murray)
Entwicklung der Persönlichkeit Mit der Entwicklung der Persönlichkeit befassen sich sowohl die Differentielle Psychologie als auch die Entwicklungspsychologie: Persönlichkeitsentwicklung ist die differentielle Veränderung von Personen im intra- und interindividuellen Vergleich. Man geht dabei von einer kurz- und mittelfristigen Stabilität (ihr Gegensatz, altertümlich: Wankelmut) und einer langfristigen Plastizität aus.
Prinzipiell zu unterscheiden sind prozess- und strukturorientierte (traits) Konzepte der Persönlichkeitsentwicklung: * Faktorenanalytische Ansätze ermöglichen Längsschnitt-, Querschnitt- und Sequenz-Analysen der faktorenanalytisch extrahierten grundlegenden Persönlichkeitseigenschaften ("Big Five"). Nach einer Querschnitts-Analyse von Robert R. McCrae et al. (1999) sind die Werte in den Dimensionen "Neurotizismus", "Extraversion" und "Offenheit" höher bei jüngeren Kohorten; die Werte bei "Verträglichkeit" und "Gewissenhaftigkeit" jedoch bei älteren höher. Es zeigten sich dabei keine geschlechts- oder kulturbezogenen Unterschiede. Diese Ergebnisse legen die Existenz universeller Reifungsprozesse nahe, wobei in Querschnitts-Analysen auch historisch bedingte Artefakte eine Rolle spielen. * Psychodynamische Ansätze
Persönlichkeitsentwicklung nach Sigmund Freud, Alfred Adler und Carl Gustav Jung * Persönlichkeitsentwicklung (Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung) nach Erik Erikson * Identitätsentwicklung nach James E. Marcia * Entwicklung durch Entwicklungsaufgaben und kritische Lebensereignisse (Sigrun-Heide Filipp) * sozial-kognitive und handlungstheoretische Konzepte
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