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Naturphilosophie

Naturphilosophie

Die Naturphilosophie versucht, die Natur in ihrer Gesamtheit theoretisch zu erklären und teilweise auch zu deuten.


Anfänge

Die ersten Naturphilosophen werden zu den Vorsokratikern gezählt. Wichtige antike Naturphilosophen sind Thales, Empedokles, Leukippos und Demokrit, die als erste Atome postulierten, und Plinius der Ältere, der aber nicht im eigentlichen Sinn zu den Naturphilosophen gezählt wird, auch wenn er deren Gedankengut wieder aufnahm und damit arbeitete. Die unten genannten Philosophen zählen zu den Hylozoisten.

Die Naturphilosophen befassten sich mit Fragen nach dem Ursprung der Welt und suchten zu verstehen, nach welchen Prinzipien Vorgänge in der Natur ablaufen. Bei der Erklärung der Naturerscheinungen gingen die ionischen Philosophen von der Annahme eines einheitlichen materiellen Prinzips, eines gemeinsamen Urgrundes (arché oder Naturelemente) aus. Als dieses Arché betrachteten sie das Wasser (bei Thales), das Apeiron (bei Anaximander) oder die Luft (bei Anaximenes). Das Apeiron (das Unbestimmte) war der am wenigsten materielle „Urstoff“ und könnte daher als Feuer oder aber als Äther angesehen werden. In Griechenland entwickelte sich die Vier-Elemente-Lehre (Empedokles), in China die 5-Elemente-Lehre, vgl. auch Charaktertypen.
Viele antike Naturphilosophen schrieben ein Werk mit dem Titel „Über die Natur“ (Peri physeos). Die Naturphilosophie beschäftigte sich insbesondere mit Mathematik, Astronomie / Astrologie, Physik, Technik, Geographie, Medizin, Botanik und Zoologie.


Moderne Naturphilosophie

Auch die moderne Naturphilosophie untersucht, was die Natur ist und hat dabei stets den Bezug zur Gesamtwirklichkeit im Blick. Sofern sie die Weltordnung bzw. das Weltall behandelt, heißt sie auch Kosmologie. Wichtige Naturphilosophen in der Renaissance- und Barockzeit sind Copernicus, Giordano Bruno, Johannes Kepler und Isaac Newton. Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, ein Denker des deutschen Idealismus, entwarf zuerst einen Parallelismus zwischen Natur und Geist, doch weiter behauptete er, dass die Naturphilosophie grundsätzlicher sei als die Transzendentalphilosophie. Dagegen galt für Johann Gottlieb Fichte die Natur als kein eigentlicher Gegenstand der Philosophie. Das Thema „Natur und Kunst“ wurde eingehend von Friedrich Schiller bearbeitet.
In der Naturphilosophie gilt zunächst zu klären, was mit dem Begriff Natur gemeint wird. Teilweise wird „Natur“ synonym mit „Wesen“ verwendet. In diesem Sinne bedeutet Natur dann die Wesensart jedes Seienden, zielt jedoch vor allem auf das Dynamische, das innere Prinzip des Wirkens, etwa der Bewegung. Neben der Kosmologie ist das Leben ein weiterer Schwerpunkt naturphilosophischen Denkens. In diesem Verständnis bedeutet Natur zunächst die auf die Geburt zurückgehende Eigenart des Lebendigen. (Der Begriff „Natur“ stammt sprachlich vom lat. natura, dem das griech. phýsis entspricht). Aus diesem Grunde wird der Mensch oft nicht im Rahmen der Naturphilosophie, sondern in einem eigenen Teilgebiet der Philosophie, nämlich der Anthropologie, behandelt. Der Begriff Natur kann darüber hinaus das ursprünglich von Gott Geschaffene im Gegensatz zu dem durch die menschliche Kultur (und damit etwa durch die Technik) Hervorgebrachten meinen.
Begreift man den Menschen und den menschlichen Geist jedoch als Teil der Natur, so werden diese Unterscheidungen - und damit auch jene zwischen Natur- und Kulturphilosophie - hinfällig. Gerade Wissenschaften an der Schnittstelle von „Geist“ und „Natur“ wie die Paläoanthropologie oder auch die Hirnforschung legen es nahe, die Naturphilosophie einer umfassenderen Realphilosophie unterzuordnen, die sich auch mit Phänomenen des Geistes und der Kultur auseinandersetzt.


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