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Relativismus |
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aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie Dieser Artikel behandelt eine philosophische Denkrichtung. Albert Einsteins Theorien zur Relativität beschreibt der Artikel Relativitätstheorie.
Relativismus ist eine philosophische Denkrichtung, in der davon ausgegangen wird, dass die Wahrheit von Aussagen stets bedingt ist. Das bedeutet, daß jede Aussage auf Bedingungen aufbaut, deren Wahrheit jedoch wiederum auf Bedingungen fußt und so fort. Diese Reihe von Bedingungen endet laut dem Relativismus letztendlich in historischen und damit willkürlichen Festsetzungen oder in bloß subjektiven Überzeugungen, nicht aber in un-bedingten, also absolut gültigen Wahrheiten. Wahrheit ist damit relativ. Relativisten vertreten daher die Auffassung, dass es keine absoluten Wahrheiten gibt, sowie keine absoluten ethischen Werte. Ähnliche Auffassungen gibt es im Nihilismus, Skeptizismus und Amoralismus, wobei hier jedoch die Zurückweisung absolut gültiger Wahrheiten nicht durch Hinweis auf eine unendliche Bedingtheits-Reihe geschieht.
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Einteilung |
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Relativistischen Theorien zufolge ist die Geltung von Aussagen prinzipiell abhängig von Voraussetzungen, die ihrerseits keine allgemeine Geltung beanspruchen können. Daher lassen sich relativistische Positionen danach einteilen, welche Klasse von Geltungsansprüchen als relativ angesehen wird und welche Art von Voraussetzungen in Anschlag gebracht wird. Entsprechend den dabei möglichen Kombinationen ergibt sich eine Vielzahl verschiedener Spielarten relativistischen Denkens.
Der erkenntnistheoretische Relativismus Vor dem Hintergrund einer anscheinend objektiv erkennbaren Welt – etwa auch mit Hilfe von Messinstrumenten – sind Wissenschaftler oft geneigt, an eine objektive wissenschaftliche Wahrheit zu glauben. Bei genauer Betrachtung allen wissenschaftlichen Arbeitens aber zeigt sich, dass es keine Wissenschaft gibt, die nicht bestimmter Festsetzungen bedarf, um überhaupt zu klären, worin ihr Objektbereich besteht und von welcher Art die Erkenntnismethoden über diesen Objektbereich sein sollen. Dieser Zusammenhang ist durch die historistische Wissenschaftstheorie des Gegenwartsphilosophen Kurt Hübner explizit gemacht worden[1]. Dennoch aber ist damit noch nicht das Problem gelöst, wie sich Objektivität im Mantel der Relativität denken lässt. Der Mathematiker, Physiker und Philosoph Hermann Weyl hat jedoch die Richtung zur Lösung dieses Problems mit Hilfe der Invariantentheorie angegeben[2].
Bedeutungsrelativismus Der Bedeutungsrelativismus (semantischer Relativismus) nimmt an, dass sprachliche Ausdrücke nur im Zusammenhang der Sprache verständlich sind, in der sie formuliert werden. Es wird davon ausgegangen, dass die Sprachen oder Sprachfamilien in andere Sprachen prinzipiell oder partiell unübersetzbar sind.
Kritik Der Bedeutungsrelativismus wird unter anderem dafür kritisiert, dass er, um seine These zu belegen, auf Beispiele aus der betreffenden Sprache oder auf ausführliche Sprachvergleiche zurückgreifen muss, was ihm unter seinen eigenen Voraussetzungen überhaupt nicht möglich wäre. Deshalb argumentiert u.a. Donald Davidson, dass der Begriff der Sprache selbst bereits Übersetzbarkeit impliziert, da es andernfalls keine Möglichkeit gäbe, etwas überhaupt als Sprache zu identifizieren.
Wahrheitsrelativismus Der Wahrheitsrelativismus (ontologischer Relativismus) wiederum vertritt die Ansicht, dass es keine absolute Wahrheit gibt, sondern die Wahrheit vom Beobachter abhängt. Jede Überzeugung (Religionen, Ideologien, Wissenschaften, Weltbilder etc.) baue auf Dogmen und Axiomen auf. Da diese Dogmen und Axiome hinsichtlich ihres Absolutheitsanspruches von Relativisten angezweifelt werden, findet er keine absolute Wahrheit mehr. Weil aber absolute Wahrheiten wegen ihrer grundsätzlichen Beziehungslosigkeit gar nicht für spezielle Problemlösungen verwertbar sind, sucht der Relativist auch keine absoluten Wahrheiten, sondern nur Begründungsendpunkte, von deren Geltung er zwar persönlich überzeugt ist, für die er aber grundsätzlich keinen Absolutheitsanspruch stellen kann und will.[3].
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