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Das TAO ist der Urquell, die Ursubstanz, der göttliche Aspekt, der in einem Staubkorn ebenso vorhanden ist wie in dir. Aus diesem göttlichen Aspekt schöpfen wir unsere Lebensenergie, wiederum das CHI. Das TAO ist auch das gebärende Prinzip, die Mutter aus der alles Leben hervorgeht, Mater, die den Geist des Vaters verwirklicht, Materie, aus der alles was ist, entsteht, Maria, die den Geist empfängt, damit er in der Materie wirken kann. Wenn Vater und Mutter, das männliche und weibliche Prinzip, Geist und Materie sich vereinigen, entsteht Leben, wird der Sohn als potenzieller Vater geboren, bringt die Mutter eine neue potenzielle Mutter hervor, welche wieder Leben hervorbringt.
Ein ewiger Kreislauf beginnt. Das NICHTS und ALLES WAS IST, Geist und Materie, Vater und Mutter in ihrer Vereinigung, ist wiederum das TAO. Das geistige Prinzip, der Impulsgeber, das aktive, männliche Element in das YANG. Das passive, empfangende weibliche Element, das Umsetzen des geistigen Impulses in Materie, ist das YIN. Nur durch Zusammenwirken beider Pole kann Leben existieren. Sie sind genau gleichwertig. Im geistigen Potenzial der NICHTS (des YANG) ich bereits das Potenzial von ALLEM WAS IST, als das YIN vorhanden. In ALLEM WAS IST(des YIN) ist ebenso das Potenzial der NICHTS, also das YANG enthalten. Der Vater hat Potenziale der Mutter, sekundäre, weibliche Geschlechtsmerkmale und Geschlechtshormone. Die Mutter hat Potenziale des Vaters, sekundäre, männliche Geschlechtsmerkmale und Hormone. Yin und Yang Das YIN ist also auch im YANG und YANG im YIN.
Indem wir die chinesische Akupunktur zur Grundlage unserer Diagnose gemacht haben, die uns präzise Einblicke in die inneren Vorgänge des Menschen verschafft als jede andere diagnostische Methode, ist es sinnvoll, ihre Erkenntnisse zur Grundlage unserer Therapie zu machen.
Yin und Yang haben den einen Ursprung (Chi) und sind daher bei tiefer Betrachtung eins. Wenn Yin zunimmt, nimmt Yang in gleichem Maße ab, und umgekehrt. In der Realität kommen Yin und Yang nie unvermischt, in reiner Ausprägung vor. Jedes Yin trägt zumindest einen winzigen Keim des Yang in sich und umgekehrt. Yin und Yang sind nie statisch: sie wechseln einander in gleichmäßiger Wellenbewegung ab (Beispiele: Atembewegung, Wechsel von Tag und Nacht). Wenn Yin auf seinem Höhepunkt angelangt ist, beginnt sein Abstieg und zugleich der Aufstieg von Yang. Im „Reich der Mitte“ wird traditionell der Goldene Mittelweg als der erstrebenswerte Ausgleich zwischen den Gegensätzen betrachtet. Niemand sollte sich so sehr auf die Seite von Yin schlagen, dass er dabei Yang vernachlässigt – oder umgekehrt. Andererseits darf nicht erwartet werden, dass das einmal erreichte Gleichgewicht für immer aufrechtzuerhalten wäre. Der Mensch muss sich der Wellenbewegung des Yin/Yang-Wechselspiels anpassen, auf der anderen Seite aber extreme Ausfälle nach der einen oder anderen Seite zu vermeiden suchen.
Alle Dinge, so der Kern der chinesischen Weisheit, sind durch Yin und Yang in ihren unterschiedlichen Ausprägungen und Mischverhältnissen geschaffen. Zwischen Schwarz (Yin) und Weiß (Yang) gibt es unendlich viele Grautöne, wie es zwischen Mittag und Mitternacht unendlich viele Abstufungen des Dämmerns und Hellerwerdens gibt. So wie die potentiell unbegrenzten Möglichkeiten der Computertechnik auf dem einfach Binär-Code von Ja und Nein, 0 und 1 beruhen, so ist die ganze Welt nach chinesischer Auffassung aus dem „Binär-Code“ von Yin und Yang aufgebaut.
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