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Charaktertypen in Psychoanalyse und Tiefenpsychologie In der Psychoanalyse bezeichnet der Begriff Charakter einen Typus im Erleben und Verhalten sowie ein jeweiliger Satz vorherrschender Abwehrmechanismen aus dem Ich-Anteil. Die Charaktere gehen fließend ineinander über, es gibt jedoch eine mengenmäßige Konzentration auf bestimmten Strukturelementen.[7]
* narzisstischer Charakter (frühe orale Phase) o vorherrschende Abwehrmechanismen: Spaltung, Entwertung / Idealisierung, Verleugnung, Projektive Identifikation o Erleben und Verhalten: Übersteigertes Machtbedürfnis und Selbstwertgefühl, Entwertung anderer Menschen * schizoider Charakter (frühe orale Phase) o vorherrschende Abwehrmechanismen: Sublimierung, Rationalisierung, Intellektualisierung, Affektisolierung o Erleben und Verhalten: Distanzbedürfnis, Angst vor Nähe * depressiver Charakter (orale Phase) o vorherrschende Abwehrmechanismen: Autoaggressionen, Reaktionsbildung, Introjektion o Erleben und Verhalten: Abhängigkeit von anderen Menschen, Minderwertigkeitsideen und -gefühle, Passivität * zwanghafter Charakter (anale Phase) o vorherrschende Abwehrmechanismen: Reaktionsbildung, Rationalisierung, Affektisolierung o Erleben und Verhalten: Kontrollbedürfnis, Sparsamkeit, Eigensinn, Genauigkeit * hysterischer Charakter (ödipale / elektrale Phase) o vorherrschende Abwehrmechanismen: Verdrängung, Verleugnung, Konversion o Erleben und Verhalten: Geltungsbedürfnis, sexualisiertes Verhalten, Angst vor Sexualität
Ein weiteres psychoanalytisches Charakterkonzept mit ausdrücklichem Bezug auf das Freudsche Phasenmodell hat Erich Fromm entwickelt. Er unterscheidet u.a. den autoritären (oder sadomasochistischen) Charakter, den Marketing-Charakter sowie weitere Charaktertypen (narzisstisch, oral-rezeptiv, hortend, ausbeuterisch, nekrophil). In seiner Charaktertheorie unterscheidet er den Modus der Sozialisation (Bezogenheit zu den Menschen) und den der Assimilierung (Bezogenheit zu den Dingen). Zentral für seinen psychoanalytisch-soziologischen Ansatz ist auch die Unterscheidung zwischen Sozialcharakter und Individualcharakter. Fritz Riemann hat in seinem Buch „Grundformen der Angst“ den narzisstischen Charakter dem zwanghaften Charakter untergeordnet.
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