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Das vier Ohren Modell

Das Kommunikationsquadrat

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
http://de.wikipedia.org/wiki/Vier-Seiten-Modell

Das Vier-Seiten-Modell (auch Kommunikationsquadrat oder Vier-Ohren-Modell) ist ein Kommunikationsmodell von Friedemann Schulz von Thun. Nach diesem Modell enthält jede Nachricht vier Botschaften. Die vier Seiten einer Nachricht sind die 'Sachseite', die 'Selbstkundgabeseite', die 'Beziehungsseite' und die 'Appellseite'.

Die vier Seiten einer Nachricht
* Die Sachseite beinhaltet die reinen Sachaussagen, Daten und Fakten, die in einer Nachricht enthalten sind.
* In der Selbstoffenbarung vermittelt der Sprecher - bewusst oder unbewusst - etwas über sein Selbstverständnis, seine Motive, Werte, Emotionen etc.
* Auf der Beziehungsseite wird ausgedrückt bzw. aufgenommen, wie der Sender zum Empfänger steht und was er von ihm hält.
* Der Appell beinhaltet einen Wunsch oder eine Handlungsaufforderung.

Neben dem Sender, der mit vier Schnäbeln spricht, d.h. gleichzeitig vier Botschaften sendet, gibt es in der zwischenmenschlichen Kommunikation auch den Empfänger. Dieser hört mit vier Ohren, d.h. er kann vier verschiedene Botschaften empfangen. Oftmals entsprechen die vier Seiten der gesendeten Nachricht nicht den vier Seiten der empfangenen Nachricht. Das macht die zwischenmenschliche Kommunikation anfällig für Störungen. Dabei kann der Empfänger auf jeder Ebene die Nachricht anders verstehen als vom Sender beabsichtigt, insbesondere aber auf den beiden letzten. So kann der Sender beispielsweise das Gewicht der Nachricht auf den Appell gelegt haben, der Empfänger jedoch überwiegend den Beziehungshinweis empfangen. Dies ist nach dem Kommunikationsquadrat eine der Hauptursachen für Missverständnisse.

Die Sachseite
Worüber ich informiere:
Auf der Sachseite vermittelt der Sender der Nachricht Daten, Fakten und Sachverhalte. Aufgabe des Senders ist es, diese Informationen klar und verständlich zu senden.
Mit dem Sachohr prüft der Empfänger, ob die Sachbotschaft die Kriterien der Wahrheit (wahr/unwahr), der Relevanz (von Belang/belanglos) und der Hinlänglichkeit (ausreichend/ergänzungsbedürftig) erfüllt.
In einer langjährigen Liebesbeziehung ist die Sachseite routinierte Monotonie.

Die Selbstoffenbarung
Was ich von mir selbst kundgebe:
In jeder Nachricht stecken auch Informationen über die Person des Senders. Auf der Selbstkundgabeseite offenbart sich der Sender, sowohl was die gewollte Selbstdarstellung als auch die unfreiwillige Selbstenthüllung angeht. Jede Nachricht wird somit zu einer kleinen Kostprobe der Persönlichkeit des Senders.
Das Selbstoffenbarungsohr des Empfängers lauscht darauf, welche Informationen über den Sender in der Nachricht enthalten sind.

Die Beziehungsseite
Was ich von dir halte (Du-Botschaft) und wie wir zueinander stehen (Wir-Botschaft):
Auf der Beziehungsseite kommt zum Ausdruck, wie der Sender zum Empfänger steht und was er von ihm hält. Je nachdem, wie er ihn anspricht, (Art der Formulierung, Körpersprache, Tonfall...) drückt er Wertschätzung, Respekt, Wohlwollen, Gleichgültigkeit, Verachtung o.ä. aus.
Abhängig davon, welche Botschaft im Beziehungsohr des Empfängers ankommt, fühlt er sich entweder akzeptiert oder herabgesetzt, respektiert oder bevormundet. Eine gute Beziehung ist gekennzeichnet durch Kommunikation „von gleich zu gleich in gegenseitiger Wertschätzung“.

Der Appell
Wozu ich dich veranlassen möchte:
Wer sich äußert, will in der Regel auch etwas bewirken. Die Appellbotschaft soll den Empfänger veranlassen, bestimmte Dinge zu tun oder zu unterlassen. Der Versuch, Einfluss zu nehmen, kann mehr oder weniger offen bzw. verdeckt sein. Im letzteren Fall spricht man von Manipulation.
Auf dem Appellohr fragt sich der Empfänger: „Was soll ich jetzt denken, machen oder fühlen?“
Zitat: "Mütter sind durch Kinder sehr Appellgesteuert." Mama! Die Schuhee!....Ja! Bin gleich da und ziehe sie dir an!

Beispiel
Ein Mann (zunächst Sender der Nachricht) und eine Frau (zunächst Empfängerin) sitzen beim Abendessen.
Mann: „Da ist etwas Grünes in der Suppe.“ Die Frau antwortet: „Wenn es dir nicht schmeckt, kannst du ja selber kochen!“

Sender:
1. Sachseite: Da ist etwas Grünes.
2. Selbstoffenbarung: Ich weiss nicht, was es ist.
3. Beziehungsseite: Du solltest es wissen.
4. Appell: Sag mir bitte, was es ist!

Empfängerin:
1. Sachseite: Da ist etwas Grünes.
2. Selbstoffenbarung: Ich glaube mir schmeckt das nicht.
3. Beziehungsaspekt: Ich halte deine Kochkunst für fragwürdig.
4. Appell: Koche künftig nur noch, was ich kenne!


Siehe auch

* Karl Bühler: Organon-Modell
* Kommunikationstheorie
* Organon-Modell
* Sprechakttheorie
* Subtext
* Zwischenmenschliche Kommunikation


oder so ausgedrückt

Das Kommunikationsquadrat
Das Kommunikationsquadrat ist das bekannteste und inzwischen auch weit verbreitete Modell von Friedemann Schulz von Thun. Bekannt geworden ist dieses Modell auch als "Vier-Ohren-Modell". Die vier Ebenen der Kommunikation haben nicht nur Bedeutung für das private Miteinander, sondern auch und vor allem für den beruflichen Bereich, wo das Professionelle und das Menschliche ständig miteinander "verzahnt" sind.

Wenn ich als Mensch etwas von mir gebe, bin ich auf vierfache Weise wirksam. Jede meiner Äußerungen enthält, ob ich will oder nicht, vier Botschaften gleichzeitig:

* eine Sachinformation (worüber ich informiere)
* eine Selbstkundgabe (was ich von mir zu erkennen gebe)
* einen Beziehungshinweis (was ich von dir halte und wie ich zu dir stehe)
* einen Appell (was ich bei dir erreichen möchte)

Schulz von Thun hat daher 1981 die vier Seiten einer Äußerung als Quadrat dargestellt und dementsprechend dem Sender "vier Schnäbel" und dem Empfänger "vier Ohren" zugeordnet. Psychologisch gesehen, sind also wenn wir miteinander reden auf beiden Seiten 4 Schnäbel und 4 Ohren daran beteiligt, und die Qualität des Gespräches hängt davon ab, in welcher Weise diese zusammen spielen.

Auf der Sachebene des Gesprächs steht die Sachinformation im Vordergrund, hier geht es um Daten, Fakten und Sachverhalte. Dabei gilt zum einen das Wahrheitskriterium wahr oder unwahr (zutreffend/nicht zutreffend), zum anderen das Kriterium der Relevanz (sind die aufgeführten Sachverhalte für das anstehende Thema von Belang/nicht von Belang?) und zum Dritten erscheint das Kriterium der Hinlänglichkeit (sind die angeführten Sachhinweise für das Thema ausreichend, oder muss vieles andere auch bedacht sein?)

Für den Sender gilt es also den Sachverhalt klar und verständlich zu vermitteln. Der Empfänger, der das Sachohr aufgesperrt hat, hört auf: die Daten, Fakten und Sachverhalte und hat entsprechend der drei genannten Kriterien viele Möglichkeiten einzuhaken.

Selbstkundgabe: Wenn jemand etwas von sich gibt, gibt er auch etwas von sich . Jede Äußerung enthält auch, ob ich will oder nicht, eine Selbstkundgabe, einen Hinweis darauf, was in mir vorgeht, wie mir ums Herz ist, wofür ich stehe und wie ich meine Rolle auffasse. Dies kann explizit ("Ich-Botschaft") oder implizit geschehen. Dieser Umstand macht jede Nachricht zu einer kleinen Kostprobe der Persönlichkeit, was dem Sender nicht nur in Prüfungen und in der Begegnung mit Psychologen einige Besorgnis verursachen kann.

Während der Sender also mit dem Selbstkundgabe-Schnabel, implizit oder explizit, Informationen über sich preis gibt, nimmt der Empfänger diese mit dem Selbstkundgabe-Ohr auf: Was sagt mir das über den Anderen? Was ist der für einer? Wie ist er gestimmt? etc...

Die Beziehungsseite. Ob ich will oder nicht: Wenn ich jemanden anspreche, gebe ich (durch Formulierung, Tonfall, Begleitmimik) auch zu erkennen, wie ich zum Anderen stehe und was ich von ihm halte — jedenfalls bezogen auf den aktuellen Gesprächsgegenstand. In jeder Äußerung steckt somit auch ein Beziehungshinweis, für welchen der Empfänger oft ein besonders sensibles (über)empfindliches Beziehungs-Ohr besitzt. Aufgrund dieses Ohres wird entschieden: "Wie fühle ich mich behandelt durch die Art, in der der andere mit mir spricht? Was hält der andere von mir und wie steht er zu mir?"

Appellseite: Wenn jemand das Wort ergreift und es an jemanden richtet, will er in der Regel auch etwas bewirken, Einfluss nehmen; den anderen nicht nur erreichen sondern auch etwas bei ihm erreichen. Offen oder verdeckt geht es auf dieser Ebene um Wünsche, Appelle, Ratschläge, Handlungsanweisungen, Effekte etc. Das Appell-Ohr ist folglich besonders empfangsbereit für die Frage: Was soll ich jetzt machen, denken oder fühlen?


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