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Die Persönlichkeitstheorie

Grundlegende Annahmen:

Eine seiner bedeutendsten Theorien ist die Persönlichkeitstheorie, welche versucht, ein Persönlichkeitsbild zu beschreiben, aber vor allem zu erklären. Die Basis hierfür ist das Streben des Menschen nach Selbstverwirklichung und Selbstaktualisierung. Der Mensch setzt sich im Kindes- und Jugendalter mit seiner Umwelt auseinander, und die hierbei erlebten Wahrnehmungen, Eindrücke und Erlebnisse beeinflussen die Entwicklung des Selbstkonzeptes. Es kann sowohl ein negatives als auch ein positives Selbstkonzept entwickelt werden. Das Selbstkonzept beinhaltet das Idealselbst und das Realselbst und ist Sitz der individuellen Realität. Die individuelle Realität bestimmt unser eigenes Erleben, Wahrnehmen und Verarbeiten von äußeren Reizen. Die beiden Pole (Idealselbst & Realselbst) dürfen hierbei nicht zu weit voneinander abweichen, da es sonst zu Minderwertigkeitsgefühlen oder anderen psychischen Störungen kommen kann.

Botschaften der Eltern an den Heranwachsenden:

Laut Rogers gibt es sieben wesentliche Botschaften, welche die Eltern im Laufe der Erziehung an den Heranwachsenden senden müssen, um die Entwicklung eines positiven Selbstkonzeptes zu begünstigen.

1. Ungeschuldete Liebe, das heißt die Einstellung der Eltern muss sein, das Kind zu lieben so wie es ist. Darunter versteht man, dass die elterliche Liebe niemals an Bedingungen geknüpft werden darf. Vor allem nicht an Bedingungen, welche das Kind nicht im Stande ist zu erreichen.
2. Hier ist die Wertschätzung entscheidend. Sie zeigt sich durch die Partnerschaftlichkeit der Eltern mit dem Kind und durch die Berücksichtigung der kindlichen Bedürfnisbefriedigung. Hierzu gehört auch, dass die Eltern das Kind in Regeln mit einbeziehen.
3. Echtheit und Interesse sind außerdem für ein positives Selbstkonzept wesentlich. Die Eltern müssen ein ehrliches Interesse an der positiven Entwicklung des Kindes zeigen. Das heißt die Außenwirkung darf sich nicht vom Verhalten gegenüber dem Kind unterscheiden (Vermeidung der Künstlichkeit).
4. Wichtig ist auch, ob ein Kind Autonomie genießt oder unter ständiger Kontrolle leidet. Autonomie bedeutet hier ein Vertrauen in das Kind und die Unterstützung der freien Entfaltung. Ständige Bevormundung, Kontrolle, Überprüfung und Zwang sind zu vermeiden.
5. Es ist die Aufgabe der Eltern, dem Kind Anregung und Unterstützung gegenüber zu bringen.
6. Des Weiteren sind Sicherheit, Geborgenheit und vor allem Zuverlässigkeit zentrale Botschaften, nach denen die Kinder in ihrer Entwicklung streben und auf die sie angewiesen sind.
7. Sehr von Bedeutung ist vor allem auch das Zulassen von Gefühlen. Kindern muss es erlaubt sein Gefühle zuzulassen, auch solche, die negativer Natur sind, wie etwa Angst oder Enttäuschung und Trauer. Werden diese Gefühle bzw. das Zeigen dieser Gefühle von den Eltern sanktioniert und unterdrückt, so begünstigt dies die Entwicklung eines negativen Selbstkonzeptes.

Personen mit einem positiven Selbstkonzept:
a) Konflikte und unangenehme Ereignisse leichter annehmen, als Personen mit einem beschädigten Selbstkonzept, denn sie hat bessere Bewältigungsmöglichkeiten, ein gutes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen. Sie glaubt, die Schwierigkeiten lösen zu können.
b) Gefühle spontan erfahren und zwar sowohl positive als auch negative und angemessen ausdrücken.
c) Können sich mit Anforderungen auseinandersetzten, die Realität akzeptieren, sich anpassen oder kritisch Stellung nehmen.
d) Sich in soziale Beziehungen einlassen, Konflikte akzeptieren und bearbeiten und haben eher beständige Beziehungen (z. B. lange Partnerschaften und Freundschaften)
e) Ihre Fähigkeiten entwickeln und in die Gemeinschaft einbringen, sie streben nach Selbstverwirklichung und autonome Lebensgestaltung.
f) Können Erfolge annehmen und sind motiviert, wieder erfolgreich zu sein.

Personen mit negativem Selbstkonzept:
a) Fühlen sich leicht bedroht und wehren unangenehme Erfahrungen und Konflikte ab, weil sie sich schnell hilflos fühlen, denn sie haben eine geringe Bewältigungskompetenz, wenig Selbstvertrauen und kein gutes Selbstwertgefühl und glauben nicht an ihre Fähigkeiten. Sie reagieren entweder mit Aggression oder mit Resignation und verzerren oder verleugnen Wahrnehmungen, die nicht mit dem Selbstkonzept übereinstimmen. Gelingt die Abwehr nicht, können Fehlanpassungen oder psychische Störungen die Folge sein.
b) Gefühle können nicht gut erfahren werden, sie wurden auch häufig nur wenig oder einseitig differenziert und können deshalb auch nicht angemessen gezeigt werden.
c) Die Realität wird häufig verzerrt, sich können sie nicht sehen wie sie ist, nicht akzeptieren und die eigene realistische Einschätzung ist ebenfalls zu gut oder zu schlecht oder die Personen schwanken zwischen gut und schlecht hin und her. Deshalb gelingt es ihnen häufig nicht, sich ausreichend selbst zu verwirklichen und sich selbst zu aktualisieren.
d) Soziale Beziehungen sind eher oberflächlich oder es existieren keine (Vereinsamung). Sie haben Angst vor Konflikten und vor allem sich auf andere einzulassen.
e) Personen mit negativem Selbstkonzept haben wenig Vertrauen in ihr Erleben und Verhalten. Sie fühlen sich depressiv oder aber trotzig und wütend. Sie passen sich entweder an andere einfach an (Konformismus) oder sie handeln nach ihrem gegenwärtigem Empfinden (launisch), nach dem, was sie glauben, dass die Eltern von ihnen erwarten würden (elterliche Wertmaßstäbe) oder treten in offenen oder heimlichen Widerstand zur Umgebung. Suchen diese Personen ständig nach Bestätigung und Anerkennung durch andere, auch dann wenn sie sich aggressiv verhalten.
f) Sie sind Misserfolgsmotiviert.


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