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Supervision |
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Supervision im Überblick |
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Was ist Supervision? Menschen leisten ihre Arbeit nicht isoliert in ihrer Rolle, sondern immer auch im Schnittpunkt von Organisation, Team und KlientInnen/ KundInnen/ oder PatientInnen. Die Arbeitsbedingungen, die Hierarchien, die KollegInnen - aber auch das das innere Erleben prägen das Verhalten auf der Arbeit. Die Bewältigung all dieser Anforderungen bedeutet letztendlich, sich am eigenen Arbeitsplatz wohl zu fühlen und damit zufrieden zu sein. Supervision ist eine Form der professionellen Beratung und dient dazu, Einzelne, Teams, Gruppen und Organisationen bei der Reflexion und Verbesserung ihres beruflichen oder ehrenamtlichen Handelns zu begleiten. Insbesondere in Arbeitsfeldern, in denen es um die erfolgreiche Gestaltung sozialer Beziehungen geht, hat sich die Supervision etabliert. Denn gerade, wenn man mit Menschen arbeitet, gehört es zur Weiterentwicklung der eigenen Professionalität dazu, das berufliche Handeln und Erleben zu reflektieren, Einsicht in Handlungszusammenhänge zu gewinnen und die eigenen Interpretations- und Bewertungsmuster zu hinterfragen. So entsteht im Supervisionsprozess Klarheit über das eigene Handeln, es werden Handlungsalternativen entdeckt und Entwicklungsprozesse initiiert. In der Supervision kann das Arbeitsgeschehen samt der inneren Beteiligung daran, aus der Distanz und vom unmittelbaren Handlungsdruck befreit, reflektiert werden. Supervision dient der Erhöhung der beruflichen Kompetenz und der Zufriedenheit am Arbeitsprozess.
Wer nimmt Supervision in Anspruch? Supervision wird sowohl von Einzelpersonen als auch von Gruppen oder Teams in Anspruch genommen. Einzel-Supervision bietet die Möglichkeit, das berufliche Handeln im Gespräch unter vier Augen zu sichten und zu hinterfragen. Neben dem Vorteil, dass Sitzungen ausschließlich eigene Themen bearbeiten, bietet die Einzel-Supervision die notwendige Privatsphäre, um auch sehr persönliche Dinge zur Sprache zu bringen. Die Gruppen-Supervision bietet eine ökonomische Alternative zum Einzelsetting. In der Gruppe erhält jeder Teilnehmende Raum, sich einzubringen und seinen Kontext zu bearbeiten. Im Vordergrund stehen dabei das persönliche Verhalten des Einzelnen, eigene Wertvorstellungen, Erfahrungen, Gedanken und Gefühle. Notwendig sind ähnliche berufliche Problemstellungen und Erfahrungshintergründe innerhalb der Gruppe. Hier können auch Fallbesprechungen eingebracht werden. In der Team-Supervision kommt ein ganzes Team eines Unternehmens oder einer Organisation zusammen und befasst sich mit seinem Miteinander. Gemeinsames Lernen, gemeinsame Ziele, die Unternehmens- und Gruppenstrukturen sowie Konflikte mit KollegInnen oder einfach die Entlastung vom Arbeitsdruck können in der Teamsupervision eingebracht werden. Alle Schwierigkeiten der Berufspraxis bekommen ihren Raum, wie zum Beispiel der Umgang mit schwierigen Klienten/ Kunden/Patienten anhand konkreter Fallbeispiele. Ebenso kann durch Übungen zur Teamentwicklung ein besserer Zusammenhalt des Teams erreicht werden. Persönliche Themen werden nur dann aufgenommen, wenn sie den gemeinsamen Teamprozess in besonderem Maße behindern oder fördern. Der Vorteil der Teamsupervision ist, dass alle Angesprochenen anwesend sind und sich direkt äußern können.
Anlässe, Supervision in Anspruch zu nehmen sind z.B.:Schwierigkeiten mit KundInnen, KlientInnen oder PatientInnen Berufsanfang, Berufswechsel, Berufswiedereinstiegberufliche Rollen- und Identitätsklärung Konkurrenz unter KollegInnen Klärungshilfe bei gestörter Teamarbeit.
Fälle durchsprechen: "Was tue ich wie und warum – und was kann ich verbessern?"
"Burn-Out" Gefährdung sowie Abbau von Stress und Erlernen von Bewältigungsstrategien
Unterstützung bei Entscheidungsprozessen
Zwecke und Ziele von Supervision Zur Entwicklung der eigenen Professionalität gehört es, Einsicht in Mechanismen, Handlungszusammenhänge sowie Interpretations- und Bewertungsmuster zu gewinnen. Nicht nur die äußeren Angelegenheiten sondern auch die inneren können in der Supervision betrachtet werden. Allein das Darstellen, Verbalisieren und Herausarbeiten führt zu einem Klarerwerden und tieferen Verstehen der Situation sowie der eigenen emotionalen Beteiligung daran. So können Verbindungen zu eventuell vorhandenen Problemursachen geknüpft werden, wie z.B. eigene Grenzen oder blinde Flecken. Die SupervisandInnen gewinnen durch die Bearbeitung ihres Themas Abstand zu ihrer emotionalen Beteiligung, durch einen Perspektivenwechsel kann die Problematik sogar nach außen verlagert werden. Anschließend können Lösungsmöglichkeiten und Handlungsalternativen entwickelt und überdacht werden. Supervision fördert die Reflexionskompetenz, die Fähigkeit zur Selbstexploration sowie die Erweiterung der eigenen Wahrnehmung. Der Vergleich der eigenen Sichtweisen mit der von anderen führt zu alternativen Wahrnehmungsmöglichkeiten und Bedeutungszusammenhängen. Ziele von Supervsion sind also u.a.:Die Erweiterung des eigenen Handlungsspielraumes
Lösung von Konflikten o. ein besserer Umgang mit ihnenDie Bearbeitung beruflicher Probleme, vor allem Kommunikations- und Kooperationsprobleme zwischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ihren Klienten, Kunden oder Vorgesetzten
Optimierung der Arbeitsqualität Förderung eines gemeinsamen Lern- und Entwicklungsprozesses. Erhalt von Arbeitszufriedenheit und Leistungsfähigkeit Unterstützung von Organisationen und Unternehmen bei der Umsetzung ihrer Aufgaben und ihrer eigentlichen Zielsetzungen. Arbeitszufriedenheit und Leistungsfähigkeit erhalten, die eigenen Potentiale zu entfalten und zu erhalten. Subjektives Empfinden und reale Arbeitsgegebenheiten zu „integrieren“.
Verschwiegenheit und Vertrauen Supervision weckt manchmal die Befürchtung, dass andere zu viel über einen erfahren könnten. Besonders in der Teamsupervision haben SupervisandInnen manchmal die Befürchtung, durch die Darstellung ihrer „Probleme“ vor den anderen KollegInnen, eigene „Fehler“ aufzudecken und bloßgestellt zu werden. Auch Themen wie Kränkungen, Rollenprobleme, Verletzung der Intimsphäre, Aufdeckung von Konkurrenz o.ä. sind erstmal keine Dinge, die wir gern vor Teammitgliedern ausbreiten. Daher ist es für den Supervsionsprozess wichtig, eine vertraute Atmosphäre zu schaffen. Selbstverständlich kann eine vertrauensvolle Arbeit in einer Supervisionsgruppe kann nur dann stattfinden, wenn alle TeilnehmerInnen darauf bauen können, dass sowohl die Falldarstellungen und die daraus resultierende Einsicht in die Arbeit der KollegenInnen, wie auch die Äußerungen der übrigen TeilnehmerInnen den Gruppenraum nicht verlassen. Inhalte und Personen einer Fallbesprechungsgruppe gehen keinen Außenstehenden etwas an.
Wie läuft eine Supervision eigentlich ab? SupervisorInnen leiten die Sitzung, achten auf die Einhaltung des Ablaufschemas auf die Zeiteinteilung, falls mehrere SupervisandInnen ihre Themen anmelden. Die Begleitung des Prozesses geschieht über die Anleitung zur Selbsterkenntnis sowie die Hinführung zu Lösungsvorschlägen. Dabei achten SupervisorInnen auch auf einen respektvollen Umgang miteinander und eine emphatische Herangehensweise aller Beteiligten. Sie schützen vor grenzüberschreitenden Fragen und Aussagen TeilnehmerInnen sowie vor belehrenden oder bewertenden Aussagen. Einer der SupervisandInnen stellt sein Thema bzw. den Fall möglichst konkret dar und formuliert sein Anliegen. Anschließend wird das Thema auf das Ziel des Supervisanden hin bearbeitet. Je nach historischer Wurzel und "Schule" wird eher tiefenpsychologisch, klientenzentriert oder systemisch gedacht und gearbeitet. In der Praxis nutzen viele SupervisandInnen ein schulenübergreifendes Methodeninventar und setzen dieses situationsspezifisch ein. Dazu gehören u.a. Methoden aus dem Psychodrama, der Gestalttherapie, aus dem NLP, der Themenzentrierten Interaktion, aus der Systemischen Therapie und vieles andere mehr. Neben dem Gespräch als Basis bieten die weiteren Methoden erweiternde Einblicke, neue Ausdrucksformen und Gestaltungsmöglichkeiten. Wahrnehmungsübungen, Rollenspiele, Skulpturaufstellungen und der Einsatz kreativer Medien sind Beispiele dafür. Das weitet den Blick, gibt die Möglichkeit, sich zu distanzieren und auch mal durch einen Perspektivwechsel eine ganz andere Sicht auf das Geschehen zu gewinnen. Ein neuer Blickwinkel erleichtert es, die vorhandenen Ressourcen der SupervisandInnen aufzufinden und sie für die Problemlösung zu aktivieren. Nicht immer sind uns alle Hintergründe unseres Denkens und Handelns bewusst. Die Übungen erleichtern den Zugang zu unserem unbewussten Erleben. SupervisorIn und die Gruppe hören erst einmal zu und geben anschließend Feedback. Supervision entlastet schon allein durch die emotionale Annahme, die man dabei erfährt. Die tragende Arbeitsbeziehung und der annehmende Kontext, in dem man sich neu ausprobieren darf, setzen Energien für die Erweiterung der beruflichen Handlungskompetenz frei.
Angebot und KostenSupervision bieten in der Regel Personen aus sozialen, pädagogischen und therapeutischen Berufen an. Der Erfahrungshintergrund kann sehr unterschiedlich sein. Die „Deutsche Gesellschaft für Supervision“ bietet Weiterbildungen zum/ zur SupervisorIn ebenso an, wie therapeutische Verbände, die ihre eigenen Standards für die Qualifizierung von SupervisorInnen anlegen. Da Supervision eine recht junge Disziplin ist, die erst in den letzten Jahren Einzug in den wissenschaftlichen Bereich hält, gibt es an einigen Hochschulen mittlerweile auch einen Studiengang Supervision.Kosten und Dauer der Supervision sind sehr individuell mit den jeweiligen SupervisorInnen abzustimmen. In sozialen oder stark belastenden Berufen wird die Team-Supervision häufig durch den Arbeitgeber getragen und auf die Arbeitszeit angerechnet, teilweise auch die Einzel-Supervision. In der Regel sind die Kosten der Einzel-Supervision jedoch von den SupervisandInnen selbst zu tragen. Eine Supervisions-Gruppe ist daher eine preisgünstigere Alternative zum Einzelsetting. Autorin: Dörthe Huth
© Dörthe Huth Praxis für Supervision, Gestalttherapie und Paarberatung Von-Oven-Straße 7 45879 Gelsenkirchen Tel.: 0209/1655686 www.dialograum.de
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Supervision |
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aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie http://de.wikipedia.org/wiki/Supervision
Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Beratungsformat Supervision. Für die Handheld-Konsole siehe Watara Supervision. Supervision begleitet Einzelne, Teams, Gruppen und Organisationen bei der Reflexion und Verbesserung ihres beruflichen oder ehrenamtlichen Handelns. Fokus ist je nach Zielvereinbarung die Arbeitspraxis, die Rollen- und Beziehungsdynamik zwischen Supervisand und Klient, die Zusammenarbeit im Team bzw. in der Organisation des Supervisanden usw.
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Bezüge und Abgrenzung zu Coaching |
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In den letzten Jahren wird diskutiert, in welchem Verhältnis Supervision und Coaching zueinander stehen. Dabei gibt es folgende Positionen:
Supervision = Coaching Supervision und Coaching sind lediglich unterschiedliche Namen für gleichartige Verfahren. Supervision stammt aus dem psychosozialen Bereich ("nonprofit" bzw. „socialprofit“) und wird dort und zunehmend auch in der Wirtschaft ("profit") angewendet, dort aber oft unter der neudeutschen Bezeichnung „Coaching“. Führungskräfte im psychosozialen Bereich nennen die Methode eher „Supervision“ (insbesondere, wenn sie klientennah arbeiten oder eine niedrige Führungsposition ausfüllen). Führungskräfte mit höheren Positionen und solche in der Wirtschaft lassen sich eher „coachen“.
Supervision für Mitarbeiter, Coaching für Führungskräfte Supervision zielt auf das Verhalten gegenüber Klienten, Kunden, Patienten, und Coaching zielt auf das Verhalten von Führungskräften gegenüber Mitarbeitern. Diese Sichtweise unterscheidet nach der formellen Funktion der Teilnehmer.
Supervision ist reflektiv, Coaching ist lösungsorientiert Inhalt von Supervision ist arbeitsbezogenen Reflexion des beruflichen Handelns, also innerseelische und zwischenmenschliche Wirkfaktoren und Potenziale. Inhalt von Coaching ist arbeitsbezogenes Finden von konkreten anlaßbezogenen (pragmatischen) Lösungen.
Unter letzterem Gesichtspunkt ist allerdings jede Supervision auch Coaching, da es nicht bloß um Selbst- bzw. Beziehungserfahrung geht, sondern immer auch um fallbezogene oder generelle Handlungs- und Entwicklungspotenziale und deren Umsetzung. Supervision enthält mehr an Coachingelementen, als dass Coaching Supervisionselemente enthalten würde.
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Forschungsstand |
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Forschungsstand Supervision ist eine junge Disziplin und noch nicht lange an Universitäten und Forschungseinrichtungen verankert (z. B. FU Amsterdam, Kassel, Krems, Salzburg, EAG Hückeswagen, zak Basel), so steht die Forschung, aber auch die Theorieentwicklung noch in den Anfängen. Eine fundierte, eigenständige und allgemein anerkannte Supervisionstheorie liegt nicht vor. Eine übergreifende Praxeologie fehlt. Beides behindert zuverlässige und objektive empirische Forschung. Nach einer Dokumentation der internationalen Forschungslage ("Supervision auf dem Prüfstand") gibt es bislang nur wenige kontrollierte Studien. Von einer generellen Wirksamkeit aller Supervisionsverfahren ist - ähnlich wie in der Psychotherapie - nicht auszugehen, und schulenspezifische Wirksamkeitsstudien gibt es bislang nur vereinzelt. Wirkungen auf der Ebene des Supervisandensystems sind (unspezifisch) nachgewiesen: die Supervidierten geben an, von Supervision zu profitieren, Teamkommunikation verbessert sich, Problembewußtsein wächst. Nachgewiesen wurden positive Veränderungen der Kommunikationsstrukturen in einer Supervisionsgruppe, was eine neue Forschungsperspektive auf Supervisionsprozesse eröffnet (Diskursanalyse) und die Annäherung von Methoden der Wirkungsforschung schulischer und supervisorischer Lernprozesse nahe legt. Burnoutprophylaktische Wirkung und Wirkungen auf der Ebene des Klienten/Patientensystems sind bislang, anders als vielfach angenommen, noch nicht nachgewiesen worden. Zahlreiche Studien zeigen: die Akzeptanz in den verschiedenen Feldern ist sehr unterschiedlich, in sozialpädagischen Bereichen ist sie gut, in klinischen und gerontologischen Bereichen ist sie nicht sehr hoch. So werden in drei Multcenterstudien (AU, D, Ch) von den befragten Schwestern, Pflegern, Altenhelfern bei ihren Supervisoren mangelnde Feldkompetenz (z. B. Institutionswissen) und Fachkompetenz (pflege- und gerontowissenschaftliche Kenntnisse) beklagt (nur knapp 30% der Supervisoren wurden in diesem Bereich als feld/fachkompetent attribuiert!). Es besteht also ein grosser Forschungsbedarf, um Supervision als Instrument der Qualitätssicherung zu bestätigen. Initiativen wurden hierzu in jüngster Zeit unternommen.
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Zweige des Baumes des Wissens |
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Die Naturwissenschaftler kennt die Zweige des Baumes des Wissens, aber nicht seine Wurzel. Die Mystiker kennen die Wurzel des Baumes des Wissens, aber nicht seine Zweige. Die Naturwissenschaft ist nicht auf die Mystik angewiesen und die Mystik nicht auf die Naturwissenschaft - doch die Menschheit kann auf keine der beiden verzichten. (Fritjoy Capra) in seinem Buch "Das TAO DER PHYSIK" ISBN 3-502-67093-5
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