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Entspannung-Extra

Gnade & Fluch des Müßiggangs

ein Plädoyer für Lebenskunst

I.) Stress und “to do´s” im Hamsterrad:

Inspiriert in einem Moment der inneren Ruhe und Zufriedenheit, entstand ein Raum in mir, der mir ganz plötzlich eine tiefere Schicht der Erkenntnis zum Thema: Ausruhen, Entspannung, Meditation, Stille & Co. erschloss.

Viele Jahre war ich tätig in der Entspannungsbranche - habe Tiefenentspannungssysteme (www.brainlight.de) vertrieben und darüber referiert - plötzlich war sie da - eine tiefere Einsicht, die mir klar machen sollte, was uns einerseits von diesem “Im-entspannten-Sein-Zustand” abhält und andererseits wie wir uns die Zeit und die Motivation regelrecht “erschaffen”, die es braucht, um sich auf dieses “Runterkommen”, Genießen, im Hier & Jetzt Sein einzulassen und uns dadurch noch tiefere Erfahrungswelten zu erschließen.

Wer kennt sie nicht, die... “Ich müsste unbedingt mal abspannen...”, “Ich bin total im Stress...”, “Ich bin innerlich getrieben...”, “Ich bin völlig fertig...” -Aussagen.

In einer Zeit, die zu rennen scheint und in der 24 Stunden offensichtlich nicht mehr ausreichen für all die Aktivitäten, beruflichen, privaten und sozialen Pflichten, nehmen wir uns meist nicht mehr die Zeit zum Abschalten, Auftanken, für einfaches faul sein oder gar differenziertere Entspannungsmethoden und -techniken.

Ein altes, anerzogenes Paradigma in uns heißt: “Tun hat mehr Wert als nichts tun!” - so gesehen geschieht uns die Mehrwert-Steuer recht.... :-)
Die männlich-patriarchale, westliche Kultur hat Leistungsprinzip, Ratio und Funktionalität an oberste Positionen der Wichtigkeit in unserem Wertesystems etabliert.

Wir haben bereits einen so starken “inneren Antreiber” entwickelt, dass wir uns unwert, faul, unnütz fühlen oder Angst haben, nicht zu genügen, nicht genug getan zu haben oder nicht genug zu verdienen, wenn wir uns Ruhe gönnen wollen. Wir drücken uns vor der Entspannung, dem einfachen “Nichts tun”, dem “zu sich kommen” und machen noch dieses und das zuvor und dann ... ist es zu spät. Wir verschieben die Ruhe auf morgen, übermorgen usw. Und falls wir dann doch mal abspannen (meist weil der Körper uns dazu zwingt), tauchen sofort die lästigen Gedanken auf, die uns nicht mehr loslassen wollen und zudem fühlen wir uns bewusst oder zumindest unbewusst schlecht, weil wir das “Nichts tun” als “nichts wert” erleben. Es gibt für Müßiggang keine Kultur (wie z.B. im Osten) und nur ungenügendes Wissen über die Mechanismen von Balance und der Wertigkeit der Entspannung in welcher Form auch immer.

Was nun passiert ist Folgendes: Der Stress, die Belastung, die Last, der Druck werden immer mehr und drängender und wir sitzen letztlich im Hamsterrad des ständigen “Müssens”. Körper, Psyche und Verstand werden immer mehr überlastet und “brennen” irgendwann durch bzw. spielen nicht mehr mit. Recht so, denn ...

Dies ist ein Gesetz! - ein mentales Gesetz innerhalb der Polarität:

Worauf wir unsere Aufmerksamkeit - unsere Energie und vorallem die Emotionen richten, das wird verstärkt, was allerdings im obigen Falle nicht zwangsläufig auch auf Qualitätszuwachs oder Mehrumsatz - sprich -gewinn hinausläuft - im Gegenteil.

Wenn die Balance zwischen Anspannung & Entspannung fehlt, dann geht das immer zu Lasten einer anderen Ebene unseres komplexen Systems und durch Beschwerden, Unfall, Krankheit holt sich das intelligente Körpersystem z.B. den nötigen Ausgleich und damit meist auch die Zeit, die zuvor nicht in Entspannung, Auszeit und Ruhe investiert wurde, zurück. Es ist eigentlich eine ganz einfache, logische Rechnung.

Das Prinzip unserer Polarität basiert auf einer Evolution, die uns letztlich hinführen will zur Ausgleichung, in die Balance, in die Mitte, möglichst in allen Lebensbereichen und auch der persönlichen, inneren Einstellung. Das ist es, was wir hier eigentlich lernen wollen (im Ursprung als Seelenbewusstsein). Leider haben wir es im Trubel des Lebens meist vergessen und sind dem Spiel der “Herren der Zeit”, wie sie so wundervoll im Kultfilm “Momo” gezeigt werden, voll und ganz aufgesessen - haben unsere Seele verkauft an Mammon, Konsum und “Mehrwert”, die Erwartungen anderer und den eigenen, inneren Antreiber. Wir glauben uns gefangen in diesem Netz des “Funktionieren müssens” und sehen nicht mehr den Ausweg. Wir halten Ruhe, Entspannung & Co. für zu lapidar, für nicht so wichtig und bedeutend, wie es im Sinne einer harmonischen, erfolgreichen Lebensführung notwendig wäre.

Auf Leistung getrimmt, einseitig linksgehirnhälftig trainiert, sind die Sinne für Gefühl, Körperempfinden, Atem und Innere-Welten-Erfahrung bei uns verkümmert. Der westliche Mensch lebt völlig einseitig und ist unwissend im Sinne der inneren Weisheit und Stimme.
Der weiblich-rezeptiven Seite in uns und im allgemeinen Wertesystem wird nicht die Beachtung geschenkt und der Raum gegeben, der ihr gebührt.

II. Die eigentlichen Erkenntnisse:

Die obigen Mechanismen der westlich-patriarchalen Struktur und menschlichen Prägungen waren mir bereits seit langem wohl bekannt. Das allein war für mich nicht Neues. Was wirklich neu und vervollständigend war, ist die Einsicht, dass es nicht reicht, uns einfach wieder ganz bewusst mehr Auszeit, Ruhe, Entspannung & Co. zu gönnen, sondern dass wir zum einen ergründen müssen, was uns im individuellen Falle davon so erfolgreich abgehalten hat und zum anderen dass wir diese Zeiten und Momente, wenn wir sie denn endlich einladen, mit viel emotionalem, qualitativen Inhalt wie Dankbarkeit, Genuss und bewusster Hingabe füllen sollten. Unser inneres Wertesystem muss sich dazu vollkommen wandeln - das ist nicht leicht... Es braucht zunächst viel Energie, Überwindung und Übung, die sich letztlich aber lohnen.

Allein durch diese Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und aufgewendete Energie,
entstehen
neue, zusätzliche Zeit und neue Räume für Schöpfung -

das ist das wirklich Wichtige und das Besondere daran. Es ist wie ein Perpetuum Mobile - Auszeit, die aus sich selbst heraus wieder neue Zeit, Energie und was besonders wertvoll daran ist - neue Kreativität, Inspiration und Ideen - erzeugt.

Das entspricht ganz einfach den Gesetzmäßigkeiten unserer mentalen Schöpferkraft, die wir alle noch viel zu wenig im positiven, konstruktiven Sinne nutzen!

In einer Haltung der inneren Ruhe, gefüllt von Dankbarkeit und Genuss, gewinnen wir Zugang zu den im Alltags-D-Zug verloren gegangenen, inneren und höheren Potenzialen und des Unter- und Über-Bewusstseins (dem sog. “Hohen Selbst”), aus denen heraus eine Fülle an Möglichkeiten, neuen kreativen Ideen und schöpferischen Inspirationen erst entdeckt und geweckt werden können. Wie und wo sonst sollten wir z.B. Lösungen für unsere täglichen Herausforderungen und Probleme finden?

Diese Haltung holt uns heraus aus der Falle des Stresses, der Über-Verantwortung, die wir so gerne übernehmen, aus dem Hamsterrad des stupiden, belastenden Alltag voller Verpflichtungen, Druck und Enge, der nur auf Vergangenem, Altem, Gewohntem und Wiederholungen basiert.

Plötzlich werden andere Dinge wichtiger und wir nehmen uns bzw. finden plötzlich Zeit, die wir vorher scheinbar nicht hatten - Entschleunigung geschieht wie von selbst - die Prioritäten und Werte verlagern sich und was das Einmalige daran ist: Wir werden in dem, was wir tun, besser, schneller, effektiver, leichtfüßiger, kreativer und dadurch generiert sich wie von selbst eine andere Wirkqualität und der damit verbundene Erfolg auf allen Ebenen mit weniger Zeit- und Energieaufwand als je zuvor. Es ist als würde uns der Raum, die Muse und Zeit geschenkt, damit wir uns an der Fülle des Universums in und außerhalb von uns bedienen können - dort wo alles bereits vorhanden ist. Wir hatten es nur vergessen - haben uns von den Äußerlichkeiten - den “to do´s” - ablenken lassen...

Wenn wir dann noch die 80/20-Regelung beachten: 20 % Aufwand bringen 80 % Ertrag/Erfolg und wir uns nicht mit kleinlicher Pingeligkeit, übertriebenem Perfektionismus und Effektivitätsheischerei abmühen, um unser Ego zu nähren und uns dadurch gut oder besser als... zu fühlen und um doch noch möglichst annähernd die 100 %-Marke zu erreichen, dann können wir uns getrost zurücklehnen und uns in einer stillen Stunde wieder neu inspirieren lassen, aus unserer inneren Schatzkammer schöpfen und es uns einfach gut gehen lassen, denn die Zeit arbeitet dann für uns und nicht wie bisher umgekehrt, als wir ihr noch nachjagten.

III. Der Weg zur Erleuchtung

Der Mensch, der das richtige Maß an Ent- & Anspannung (in welcher Form auch immer) für sich gefunden hat, findet Zugang zu dem, was ihm wirklich gut tut, was wirklich Wert und Bedeutung für ihn hat, wo seine wahren Stärken und Potenziale liegen und geht sorgloser und geradliniger durch diese wirre Welt, in der uns eine Scheinwelt für “normal” verkauft wird.

Nur der Mensch, der seine inneren und höheren Qualitäten wieder entwickelt, kann das erkennen und sich schützen - seine innere Welt und Seele erkunden und dabei auf die wirklich spannenden Erkenntnisse und Erfahrungen des Lebens an sich und über sich selbst stoßen. Ein Zustand, den man durchaus mit Erleuchtung bezeichnen könnte, ist so jedem möglich, der sich auf diesen Weg wagt. Wir tragen unsere innere Weisheit bereits in uns - darauf müssen wir wieder vertrauen. Es gibt nur Unbedeutendes zu verlieren - das was eigentlich nicht zu unserem Wesen und zu unserem Seelenweg gehört: Hektik, Sorgen, Ängste, Stress, Kampf, körperliche Beschwerden und Krankheit.

IV. So aktiviere ich das Gesetz des Ausgleichs zu meinen Gunsten:

1.) Tiefere Bedeutung und Chancen von Ruhe, Entspannung/Meditation & Co. erkennen

2.) Die rationale, linke Gehirnhälfte dafür nutzen, um die Absicht klar zu definieren

3.) Langsam rantasten - Bedürftigkeit für Ruhe bewusst erkennen - Geduld üben (Gegenteil von Stress!) - gewisse Konsequenz hilft - z.B. regelmäßig gleiche Zeit und Ort wählen!

4.) Die eigene Form von Entspannung finden - offen sein für viele Wege - ausprobieren!

5.) In der Entspannung innere Widersprüche erkennen - alte Muster/Prägungen loslassen!





6.) Durch Achtsamkeit, Aufmerksamkeit und Konzentration bewusst positive Gefühle und Seinsqualitäten erzeugen: z.B. Dankbarkeit, Genuss, Frieden, Freude, Glückseligkeit - es braucht keinen Grund im Außen! - Alle Gefühle sind bereits in uns!

7.) Sich belohnen für kleine Erfolge, angenehme Erfahrungen, Geistesblitze, Inspirationen

8.) Den inneren Ideen und Eingaben unbedingt Folge leisten - das generiert mehr davon!

9.) Vertrauen lernen in diese innere Stimme und Wahr-nehmung - das ist die Wahrheit!

10.) Das Hier & Jetzt - auch außerhalb des Entspannungszustandes - achtsamer erleben - die wachere, innere Stimme auch da hören - unabhängig vom Tun oder Nichts-tun.

11.) Alles Äußere und auch der Körper selbst werden sich danach ausrichten!

12.) Wir generieren schöpferische Kreativität, zusätzliche Freiräume, neue Zeit für das, was uns wirklich wichtig ist, Erfolge, Gesundheit und Gelassenheit auf allen Ebenen.

V.) Keine Angst vor Müßiggang & Chaos!

Wenn das richtige Maß an Ruhe & Co. gefunden bzw. gewahrt wird, dann entsteht immer auch der Wunsch, der Weg dahin und der äußere Rahmen für das angemessene Tun, für Arbeit, Aktion und Wirken. Die Balance der verschiedenen Zustände ist unser natürlicher Zustand! - Alles Einseitige ist bedenklich und ungesund!
Die, die scheinbar Chaos, Faulheit und Untätigkeit leben sind letztlich nur der kollektive Ausgleich für all jene, die “zu viel tun”.

VI.) Was sagt das Gehirn dazu?

Die natürlichste und heilsamste Schwingung unseres Gehirns beträgt 7,83 Hz.
Normalerweise “schwingen” wir im Tagesverlauf im Wachbewusstsein zwischen 15 und 25 Hz. In Anspannung, Angst oder im Stresszustand kann dieser Wert leicht auf über 40 Hz ansteigen. In der Entspannung, Meditation und im Schlaf sinkt die Schwingung bis runter auf 1 Hz (im Tiefschlaf = “Non-REM-Phase”). Der uns bekannte sog. Alpha-Entspannungs-Zustand schwingt im Bereich von 7,83 - 14 Hz und entspricht bereits einer leichten Entspanntheit, Gelassenheit und inneren Ruhe.

Um ein gesundes Milieu für Körper, Emotionen, Verstand, Geist und Seele herzustellen, ist es nötig, im Verlauf von einigen Tagen immer wieder auf den gesunden Schwingungsmittelwert von im Durchschnitt ca. 8 Hz zu kommen, d.h. die entspannenden und die angespannten Phasen im Tages- und Nachtrhythmus sollten sich in etwa die Waage halten. Nun sind die regenerierenden Nachtphasen bei den meisten Menschen nicht ausreichend lang genug und oft auch nicht mehr tief genug, um diesen gesunden Ausgleich zur täglichen Anspannung herzustellen - das stressende Übergewicht wird langsam aber sicher zu einem Dauerzustand im Gehirn und mit der Zeit kommt man gar nicht mehr runter - das Gehirn verliert dadurch auch die Flexibilität, um Tiefschlafphasen von 1-4 Hz überhaupt noch herzustellen. Schlaflosigkeit, Dauerstress, permanente Anspannung auf allen Ebenen, Immunabwehrverlust und weitere körperliche Defizite sind die traurige Folge dieser Imbalance. Mit bewusster Aufmerksamkeit auf gezieltere Entspannungsphasen oder effektiven Meditationstechniken während des Tages kann nicht nur der heilsame Ausgleich erfolgen sondern auch die oben angeführten positiven Auswirkungen auf unser Bewusstsein, den Kontakt mit unserem eigentlichen Wesen und dessen Weisheit hergestellt werden.

Antara Minerva - im April 2008 - www.Minerva-LebensArt.de


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